<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"><channel><title><![CDATA[Tell Your ✨ Ganas!]]></title><description><![CDATA[Erleben Sie die transformierende Kraft des Erzählens!]]></description><link>https://ganas.im/</link><image><url>https://ganas.im/favicon.png</url><title>Tell Your ✨ Ganas!</title><link>https://ganas.im/</link></image><generator>Ghost 5.4</generator><lastBuildDate>Fri, 08 May 2026 11:09:20 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://ganas.im/rss/" rel="self" type="application/rss+xml"/><ttl>60</ttl><item><title><![CDATA[Trauma — seelische Verletzung oder unheilbare Erkrankung?]]></title><description><![CDATA[Ein Trauma ist keine medizinische Störung im klassischen Sinne, sondern eine tiefe Erfahrung, ‚ge-stört‘ oder ‚ver-stört‘ zu sein. Es fordert ein Heilungsverfahren, bei dem der Arzt, ähnlich wie eine Hebamme, dem Patienten unterstützt.…“ (Peter A. Levine)]]></description><link>https://ganas.im/verletzung/</link><guid isPermaLink="false">629241e01fb8ec2084db5e73</guid><category><![CDATA[Newsletter]]></category><dc:creator><![CDATA[Dr. Raphaël E. Bexten]]></dc:creator><pubDate>Sat, 28 May 2022 16:20:04 GMT</pubDate><media:content url="https://images.unsplash.com/photo-1542353436-312f0e1f67ff?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=MnwxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDd8fGhlYWxpbmd8ZW58MHx8fHwxNjUzNzUyNzUx&amp;ixlib=rb-1.2.1&amp;q=80&amp;w=2000" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<!--kg-card-begin: markdown--><img src="https://images.unsplash.com/photo-1542353436-312f0e1f67ff?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=MnwxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDd8fGhlYWxpbmd8ZW58MHx8fHwxNjUzNzUyNzUx&amp;ixlib=rb-1.2.1&amp;q=80&amp;w=2000" alt="Trauma &#x2014; seelische Verletzung oder unheilbare Erkrankung?"><p>Sucht man im ICD-10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) der WHO (Weltgesundheitsorganisation) nach einer m&#xF6;glichen Klassifizierung f&#xFC;r das, was gemeinhin als Trauma bezeichnet wird, so wird man unter <em>F43.1 Posttraumatische Belastungsst&#xF6;rung (PTBS)</em> schnell f&#xFC;ndig. Dort hei&#xDF;t es:</p>
<blockquote>
<p>&#x201E;Posttraumatische Belastungsst&#xF6;rung<br>
Diese entsteht als eine verz&#xF6;gerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation k&#xFC;rzerer oder l&#xE4;ngerer Dauer, mit au&#xDF;ergew&#xF6;hnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausma&#xDF;, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen w&#xFC;rde. [&#x2026;] Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdr&#xE4;ngenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Tr&#xE4;umen oder Albtr&#xE4;umen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gef&#xFC;hls von Bet&#xE4;ubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten. Ferner finden sich Gleichg&#xFC;ltigkeit gegen&#xFC;ber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegen&#xFC;ber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivit&#xE4;ten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen k&#xF6;nnten. Meist tritt ein Zustand von vegetativer &#xDC;bererregtheit mit Vigilanzsteigerung, einer &#xFC;berm&#xE4;&#xDF;igen Schreckhaftigkeit und Schlafst&#xF6;rung auf. Angst und Depression sind h&#xE4;ufig mit den genannten Symptomen und Merkmalen assoziiert und Suizidgedanken sind nicht selten. Der Beginn folgt dem Trauma mit einer Latenz, die wenige Wochen bis Monate dauern kann. Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der F&#xE4;lle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. In wenigen F&#xE4;llen nimmt die St&#xF6;rung &#xFC;ber viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde Pers&#xF6;nlichkeits&#xE4;nderung (F62.0) &#xFC;ber.&#x201C;<sup class="footnote-ref"><a href="#fn1" id="fnref1">[1]</a></sup></p>
</blockquote>
<p>Obwohl die PTBS in dieser Charakterisierung i.d.R. als heilbar angesehen wird, kann leicht in der &#xF6;ffentlichen Wahrnehmung (diese schlie&#xDF;t &#xC4;rzte, Therapeuten und Betroffene mit ein) der Eindruck entstehen, dass PTBS eine bleibende psychische Erkrankung ist, deren Symptome lediglich gelindert werden k&#xF6;nnen.<br>
Ein solche Betrachtungsweise &#x2014; ein solches Vorurteil &#x2014; erschwert eine nachhaltige Heilung und Transformation der traumatischen Verletzung. Traumata sollten ihrem jeweiligen Sosein entsprechend nicht als Krankheit oder unheilbare Krankheit angesehen werden, sonder als eine menschliche Leiderfahrung. Es gibt hier auf Erden kein menschliches Leben ohne Leid.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn2" id="fnref2">[2]</a></sup> Das gilt sowohl f&#xFC;r die Klienten, als auch f&#xFC;r diejenigen, die die Heilung unterst&#xFC;tzen m&#xF6;chten. Der Arzt oder Therapeut kann ebensowenig heilen, wie der Bauer seine Saat wachsen lassen kann. Wird diese urmenschliche Hilflosigkeit nicht anerkannt, drohen gut gemeinte therapeutische Ans&#xE4;tze <em>fehlzugreifen</em>.<br>
In diesem Punkt ist Peter Levine zuzustimmen. Er schreibt:</p>
<blockquote>
<p>Ein Trauma ist keine medizinische St&#xF6;rung im klassischen Sinne, sondern eine tiefe Erfahrung, &#x201A;ge-st&#xF6;rt&#x2018; oder &#x201A;ver-st&#xF6;rt&#x2018; zu sein. Es fordert ein Heilungsverfahren, bei dem der Arzt, &#xE4;hnlich wie eine Hebamme, dem Patienten unterst&#xFC;tzt, anleitet und mit ihm zusammen arbeitet, damit dieser wiederhergestellt wird. Ein Arzt, der aus einer unantastbaren Position als &#x201A;gesunder Heiler&#x2018; besteht, bleibt getrennt vom Patienten und wehrt sich gegen die externe extreme Hilflosigkeit, die wie ein Phantom in unser aller und damit auch in seinem Leben lauert. Abgeschnitten von den eigenen Gef&#xFC;hlen, kann sich solch ein Arzt mit den leidenden Menschen nicht zusammen tun. Hier fehlt der entscheidende Faktor der Zusammenarbeit beim Annehmen, Verarbeiten und Integrieren der entsetzlichen Empfindungen, Bilder und Emotionen des Patienten. Die leitende Person bleibt g&#xE4;nzlich allein mit dem Schrecken und dem Entsetzen, die sie &#xFC;berw&#xE4;ltigen und ihre F&#xE4;higkeiten zur Selbstreflexion und Wachstum ausgeschaltet haben.&#x201C;<sup class="footnote-ref"><a href="#fn3" id="fnref3">[3]</a></sup></p>
</blockquote>
<p>Die Ganas-Methode zur Heilung von Traumata ist empirisch erprobt und funktioniert, da die Klienten ihrem Trauma durch die Selbsterz&#xE4;hlung Sinn geben.<br>
Das geht aber nicht ohne einen ausgepr&#xE4;gten Siegeswillen. Die Klienten sollte ihn in ihrer autobiographischen Erz&#xE4;hlung ausdr&#xFC;cken, indem sie eine m&#xF6;gliche traumatische Heilung nicht kompromittieren, sondern narrativ unterst&#xFC;tzen. Es geht um die &#x201E;verinnerlichten Glaubenss&#xE4;tze&#x201C;, durch die die traumatische Erinnerung forciert wird und durch die die bekannten Symptome aufrechterhalten werden.<br>
Ein Gewaltverbrechen ist schrecklich und eine Trag&#xF6;die - doch dadurch ist der Klient oder die Klientin nicht lebenslang bestraft und sein oder ihr Leben ist nicht f&#xFC;r immer zerst&#xF6;rt. Vielmehr hat die betroffene Person die Kraft und dies haben sie auch schon durch das Erz&#xE4;hlen ihrer Geschichte bewiesen, via Opfer und Liebe eine Transformation zu vollziehen. Somit kann durch die neue narrative Identit&#xE4;t die Verwandlung des Traumas in Kraft noch wirksamer und nachhaltiger werden. Auch k&#xF6;nnen die Betroffenen anderen Menschen durch das Erz&#xE4;hlen ihrer Geschichte helfen mit ihrer oft traumatischen Vergangenheit selbst besser fertig zu werden.<br>
Dies ist die <a href="https://ganas.im/tell-your-ganas/">dritte Etappe der Ganas-Methode</a> &#x2014; je mehr die betroffenen Personen ihren Fokus auf ihr positives Wachstum legen, trotz und durch all das Schreckliche, das sie erlebt haben, desto mehr werden die bekannten Symptome verschwinden. Auch k&#xF6;nnen sie so um so besser und mehr durch das Weitererz&#xE4;hlen ihrer Geschichte anderen helfen.</p>
<p>Die ist eine wirksame uralte Menschheitsweisheit, die schon die Griechen durch das Auff&#xFC;hren ihrer Trag&#xF6;dien (vgl. z.B. die Trag&#xF6;die <em>K&#xF6;nig &#xD6;dipus</em>) heilsam f&#xFC;r das Publikum nutzbar gemacht haben. Es kommt beim Publikum schlie&#xDF;lich zur befreienden Katharsis&#x2026;<br>
Die betroffenen Personen sollten versuchen, die viele vermutlich noch verbleibenden pessimistischen &#x201E;verinnerlichten Glaubenss&#xE4;tze&#x201C; durch positive zu ersetzen und diese in ihren Erz&#xE4;hlungen Ausdruck verleihen. Dadurch beweisen die betroffenen Personen Selbstsicherheit, Selbstzuversicht und St&#xE4;rke &#x2014; all das ist f&#xFC;r eine Heilung der seelischen Verletzung notwendig.</p>
<hr class="footnotes-sep">
<section class="footnotes">
<ol class="footnotes-list">
<li id="fn1" class="footnote-item"><p><a href="https://www.dimdi.de/static/de/klassifikationen/icd/icd-10-who/kode-suche/htmlamtl2019/block-f40-f48.htm">https://www.dimdi.de/static/de/klassifikationen/icd/icd-10-who/kode-suche/htmlamtl2019/block-f40-f48.htm</a> <a href="#fnref1" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn2" class="footnote-item"><p>Durch diese Feststellung, die eine menschliche Urerkenntnis ist, wird nat&#xFC;rlich das Leid als solches <em>nicht</em> als etwas Positives oder Erstrebenswertes angesehen. Ein vollkommendes Wesen leidet gem&#xE4;&#xDF; der rein philosophischer Erkenntnis nicht. <a href="#fnref2" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn3" class="footnote-item"><p>Levine, Peter A. 2016. Sprache ohne Worte, M&#xFC;nchen, S. 57. <a href="#fnref3" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
</ol>
</section>
<!--kg-card-end: markdown-->]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Wie entstehen transformative Selbsterzählungen?]]></title><description><![CDATA[Aus den Bruchstücken des alten und zerfallenden Narrativs entsteht eine neue Erzählung. Das Erzählen der eigenen neuen Lebensgeschichte befreit die traumatisierte Person aus der traumabedingten Erstarrung, Hilflosigkeit und Machtlosigkeit, aus dem Gefühl des „Vom-Schicksal-Überwältigtseins“…]]></description><link>https://ganas.im/wie-entstehen-transformative-selbsterzahlungen/</link><guid isPermaLink="false">6288efca1fb8ec2084db5dd9</guid><category><![CDATA[Newsletter]]></category><dc:creator><![CDATA[Dr. Raphaël E. Bexten]]></dc:creator><pubDate>Sat, 21 May 2022 14:17:35 GMT</pubDate><media:content url="https://ganas.im/content/images/2022/05/Ernest_Hemingway_Writing_at_Campsite_in_Kenya_-_NARA_-_192655-2.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://ganas.im/content/images/2022/05/Ernest_Hemingway_Writing_at_Campsite_in_Kenya_-_NARA_-_192655-2.jpg" alt="Wie entstehen transformative Selbsterz&#xE4;hlungen?"><p>In meinem vorletzten Newsletterbeitrag schrieb ich:</p><blockquote>&#x201E;Geschichten pr&#xE4;gen also die menschliche Gesellschaft und jeden Menschen in ihr. Durch Geschichten werden Gemeinschaften formiert und Taten motiviert und begr&#xFC;ndet. Unsere Handlungen und die Ereignisse unseres Lebens interpretieren und bewerten wir durch unsere Erz&#xE4;hlungen &#xFC;ber diese.&#x201C;</blockquote><p>Wie k&#xF6;nnen wir also zur neuen und befreienden narrativen Identit&#xE4;t, die aus der Wirrwarr und der traumatischen Taubheit befreit, durch Erz&#xE4;hlen gelangen? Wie kommen wir also zur befreienden Selbsterz&#xE4;hlung?</p><h2 id="ein-einfacher-und-erprobter-weg">Ein einfacher und erprobter Weg</h2><p>Wie jeder zur Vernunft erwachte Mensch sprechen kann, so kann auch jeder Mensch <em>schreiben</em> &#x2014; jedenfalls im Prinzip. Nach der Ganas-Methode ist es nicht schwer, zur eigenen Erz&#xE4;hlung zu gelangen. Der Entstehungsgrund der Selbsterz&#xE4;hlung liegt also erst einmal bei der Person selbst und nicht bei anderen Menschen. Sp&#xE4;ter m&#xF6;chte die narrative befreite und heilgewordene Person nat&#xFC;rlich anderen Menschen durch ihre eigene Erz&#xE4;hlung Kraft und Hilfe vermitteln&#x2026;</p><p>Aus den Bruchst&#xFC;cken des <em>alten und zerfallenden</em> Narrativs entsteht eine neue Erz&#xE4;hlung. Das <em>Erz&#xE4;hlen</em> der eigenen <em>neuen</em> Lebensgeschichte befreit die traumatisierte Person aus der traumabedingten Erstarrung, Hilflosigkeit und Machtlosigkeit, aus dem Gef&#xFC;hl des &#x201E;Vom-Schicksal-&#xDC;berw&#xE4;ltigtseins&#x201C;. Durch die dann entstehende <em>neue</em> narrative Identit&#xE4;t lichtet sich der traumatische Nebel, denn die traumatischen Ereignisse erhalten durch die neue Lebenserz&#xE4;hlung einen Sinn. Die neue Sinngebung vollzieht sich hierbei, ohne dass durch sie das geschehene Unrecht oder Verbrechen bagatellisiert wird.</p><h2 id="wie-entsteht-eine-befreiende-erz%C3%A4hlung">Wie entsteht eine befreiende Erz&#xE4;hlung?</h2><p>Nachfolgendes Schaubild fasst synoptisch die einzelnen Etappen der Ganas-Methode zusammen.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-width-wide"><img src="https://ganas.im/content/images/2022/05/Bildschirmfoto-2022-04-22-um-09.15.29-1.png" class="kg-image" alt="Wie entstehen transformative Selbsterz&#xE4;hlungen?" loading="lazy" width="2000" height="552" srcset="https://ganas.im/content/images/size/w600/2022/05/Bildschirmfoto-2022-04-22-um-09.15.29-1.png 600w, https://ganas.im/content/images/size/w1000/2022/05/Bildschirmfoto-2022-04-22-um-09.15.29-1.png 1000w, https://ganas.im/content/images/size/w1600/2022/05/Bildschirmfoto-2022-04-22-um-09.15.29-1.png 1600w, https://ganas.im/content/images/2022/05/Bildschirmfoto-2022-04-22-um-09.15.29-1.png 2400w" sizes="(min-width: 1200px) 1200px"></figure><h2 id="in-f%C3%BCnf-schritten-zur-neuen-narrativen-identit%C3%A4t">In f&#xFC;nf Schritten zur neuen narrativen Identit&#xE4;t</h2><!--kg-card-begin: markdown--><ol>
<li>Nach der Ganas-Methode entstehen mittels der bew&#xE4;hrten Zettelkastenmethode (= digitales <em>zweites Gehirn</em>) &#xFC;ber mehrere Wochen / Monate viele einzelne Erz&#xE4;hlungsbausteine. In einem kontinuierlichen Abstand, z.B. jeden Tag f&#xFC;r 15min, werden Antworten als einzelne Notizzettel in den digitalen Zettelkasten geschrieben (hier empfiehlt sich die modere und f&#xFC;r den Privatanwender <a href="https://obsidian.md/">kostenlose Zettelkastensoftware Obsidian</a>) Die Erz&#xE4;hlbausteine antworten also auf spezifische psychologisch befreiende Schreibanregungen. Nachfolgendes Bild verdeutlich die Themen, um die sich die Fragen als Schreibanregungen z.B. drehen <em>k&#xF6;nnen</em>.</li>
</ol>
<!--kg-card-end: markdown--><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://ganas.im/content/images/2022/05/Angesicht-2.svg" class="kg-image" alt="Wie entstehen transformative Selbsterz&#xE4;hlungen?" loading="lazy" width="1000" height="1000"></figure><!--kg-card-begin: markdown--><ol start="2">
<li>Innerhalb des digitalen Zettelkastens werden die einzelnen Erz&#xE4;hlbausteine miteinander verkn&#xFC;pft, wodurch neue Ideen und vielleicht bislang verborgene Sachverhalte an das Tageslicht bef&#xF6;rdert werden k&#xF6;nnen. Dieser Vorgang wird als <em>Verzettelung</em> bezeichnet und macht sich auch, aber nicht nur, den Zufall zu nutze. Jeder einzelne Punkt im nachfolgenden Bild ist eine einzelne digitale Notiz&#x2026;</li>
</ol>
<!--kg-card-end: markdown--><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://ganas.im/content/images/2022/05/zweitesGehirn.jpeg" class="kg-image" alt="Wie entstehen transformative Selbsterz&#xE4;hlungen?" loading="lazy" width="1250" height="1280" srcset="https://ganas.im/content/images/size/w600/2022/05/zweitesGehirn.jpeg 600w, https://ganas.im/content/images/size/w1000/2022/05/zweitesGehirn.jpeg 1000w, https://ganas.im/content/images/2022/05/zweitesGehirn.jpeg 1250w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></figure><!--kg-card-begin: markdown--><ol start="3">
<li>Nachdem &#xFC;ber Wochen / Monate auf die Fragen und Schreibanregungen hin immer neue digitale Zettel mit immer mehr Verkn&#xFC;pfungen (thematischen Verlinkungen) untereinander entstanden sind, k&#xF6;nnen die digitalen Notizen thematisch, z.B. durch Schlagworte, geordnet und sortiert werden. Hierdurch entstehen <em>&#xFC;bergeordnete Teilerz&#xE4;hlungen.</em></li>
</ol>
<!--kg-card-end: markdown--><!--kg-card-begin: markdown--><ol start="4">
<li>Die &#xFC;bergeordneten Teilerz&#xE4;hlungen werden klassischen Erz&#xE4;hltypelementen, wie z.B. Konflikte, dramatische Handlungen, Schwierigkeiten, die &#xFC;berwunden werden, herausfordernde Begegnungen etc. zugeordnet.</li>
</ol>
<!--kg-card-end: markdown--><!--kg-card-begin: markdown--><ol start="5">
<li>Schlie&#xDF;lich wird der Haupterz&#xE4;hlarchetyp (z.B. <em>&#xDC;berwindung des b&#xF6;sen Monsters&#x2026;</em>) des neuen Narrtivs bestimmt und die einzelnen, im vorigen Schritt zugeordneten Erz&#xE4;hltypelementen, werden in einer Art und Weise, die erz&#xE4;hlerische Spannung aufbaut, in den passenden Erz&#xE4;hlarchetyp eingegliedert.</li>
</ol>
<!--kg-card-end: markdown--><p>So kann das neue Narrativ erfolgreich kreiert werden und seine ungeahnten, verwandelnden und befreienden Kr&#xE4;fte bei der erz&#xE4;hlenden Person und bei den Zuh&#xF6;rern bzw. Lesern entfalten. Durch die <em>neue narrative Identit&#xE4;t</em>, die sich die ehemals traumatisierte Person gibt &#x2014; findet sie neuen Trost und Halt trotz und wegen ihrer schweren Erfahrungen. Ihr Leben hat einen neuen Sinn. Hierdurch hat die nun befreite und heilgewordene Person eine wirkm&#xE4;chtige <em>Transformation</em> vollzogen.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Welchen Einfluss haben die Big-Five-Persönlichkeitsmerkmale im Heilungsprozess von Traumata?]]></title><description><![CDATA[Big-Five-Persönlichkeitsmerkmale und der  Heilungsprozess von Traumata…]]></description><link>https://ganas.im/welchen-einfluss-haben-die-big-five-personlichkeitsmerkmale-im-heilungsprozess-von-traumata/</link><guid isPermaLink="false">627ff8311fb8ec2084db5da2</guid><category><![CDATA[Newsletter]]></category><dc:creator><![CDATA[Dr. Raphaël E. Bexten]]></dc:creator><pubDate>Sat, 14 May 2022 18:46:57 GMT</pubDate><media:content url="https://ganas.im/content/images/2022/05/big5.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://ganas.im/content/images/2022/05/big5.png" alt="Welchen Einfluss haben die Big-Five-Pers&#xF6;nlichkeitsmerkmale im Heilungsprozess von Traumata?"><p>Es gibt f&#xFC;nf gro&#xDF;e Hauptmerkmale, durch die die menschliche Pers&#xF6;nlichkeit in ihren wesentlichen Z&#xFC;gen repr&#xE4;sentativ beschrieben wird.</p><p>Die gro&#xDF;en f&#xFC;nf Merkmale der menschlichen Pers&#xF6;nlichkeit sind: Gewissenhaftigkeit, Offenheit, Vertr&#xE4;glichkeit, Extraversion und Neurotizismus. Jedes dieser f&#xFC;nf Hauptmerkmale der menschlichen Pers&#xF6;nlichkeit untergliedert sich in <em>jeweils zwei sich zueinander kontr&#xE4;r verhaltenden Eigenschaften</em>.</p><ul><li><em>Gewissenhaftigkeit</em> untergliedert sich in die kontr&#xE4;ren Eigenschaften, <em>unbek&#xFC;mmert bzw. nachl&#xE4;ssig</em> auf der einen und <em>effektiv bzw. organisiert</em> auf der anderen Seite.</li><li><em>Offenheit</em> untergliedert sich in die kontr&#xE4;ren Eigenschaften, <em>erfinderisch bzw. neugierig</em> auf der einen Seite und <em>konservativ</em> und <em>vorsichtig</em> auf der anderen Seite.</li><li><em>Vertr&#xE4;glichkeit</em> untergliedert sich in die kontr&#xE4;ren Eigenschaften, <em>wettbewerbsorientiert bzw. antagonistisch</em> auf der einen und <em>kooperativ, freundlich bzw. mitf&#xFC;hlend</em> auf der anderen Seite.</li><li><em>Extraversion</em> untergliedert sich in die kontr&#xE4;ren Eigenschaften, <em>gesellig</em> auf der einen und <em>zur&#xFC;ckhaltend bzw. reserviert</em> auf der anderen Seite.</li><li><em>Neurotizismus</em> untergliedert sich in die kontr&#xE4;ren Eigenschaften, <em>selbstsicher bzw. ruhig</em> auf der einen und <em>emotional bzw. verletzlich</em> auf der anderen Seite.</li></ul><p>Diese f&#xFC;nf Pers&#xF6;nlichkeitsmerkmale sind in jedem Menschen mehr oder weniger stark ausgepr&#xE4;gt und bestimmen, jedenfalls im wesentlichen, die menschliche Pers&#xF6;nlichkeit. Z.B. ist Jemand, was sein Pers&#xF6;nlichkeitsmerkmal &#x201E;Offenheit&#x201C; angeht, ca. 85% <em>erfinderisch und neugierig</em> und nur 15% konservativ bzw. vorsichtig. Somit hat diese Person eine hohe Offenheit.</p><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-accent"><div class="kg-callout-emoji">&#x1F4A1;</div><div class="kg-callout-text">Es stellt sich also die Frage: Welchen Einfluss haben die Big-Five-Pers&#xF6;nlichkeitsmerkmale im Heilungsprozess von Traumata? Was ist Ihre Meinung / Ihr Kommentar hierzu?</div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ko­hä­rente Selbsterzählungen sind überlebenswichtig]]></title><description><![CDATA[Geschichten prägen also die menschliche Gesellschaft und jeden Menschen in ihr. Durch Geschichten werden Gemeinschaften formiert und Taten motiviert und begründet. Unsere Handlungen und die Ereignisse unseres Lebens interpretieren und bewerten wir durch unsere Erzählungen über diese…]]></description><link>https://ganas.im/koharente-selbsterzahlungen/</link><guid isPermaLink="false">627294593e495c12d85f7c6d</guid><category><![CDATA[Newsletter]]></category><dc:creator><![CDATA[Dr. Raphaël E. Bexten]]></dc:creator><pubDate>Wed, 04 May 2022 15:21:13 GMT</pubDate><media:content url="https://images.unsplash.com/photo-1452421822248-d4c2b47f0c81?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=MnwxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDV8fFRyZWFzdXJlJTIwbWFwfGVufDB8fHx8MTY1MTY3NjU3OQ&amp;ixlib=rb-1.2.1&amp;q=80&amp;w=2000" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<figure class="kg-card kg-image-card kg-width-wide kg-card-hascaption"><img src="https://ganas.im/content/images/2022/05/Schatz.svg" class="kg-image" alt="Ko&#xAD;h&#xE4;&#xAD;rente Selbsterz&#xE4;hlungen sind &#xFC;berlebenswichtig" loading="lazy" width="1000" height="1000"><figcaption>Wort-Kontextnetz des Artikels</figcaption></figure><h2 id="warum-geschichten-f%C3%BCr-uns-bedeutsam-sind">Warum Geschichten f&#xFC;r uns bedeutsam sind</h2><img src="https://images.unsplash.com/photo-1452421822248-d4c2b47f0c81?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=MnwxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDV8fFRyZWFzdXJlJTIwbWFwfGVufDB8fHx8MTY1MTY3NjU3OQ&amp;ixlib=rb-1.2.1&amp;q=80&amp;w=2000" alt="Ko&#xAD;h&#xE4;&#xAD;rente Selbsterz&#xE4;hlungen sind &#xFC;berlebenswichtig"><p>Es gibt kaum ein m&#xE4;chtigeres Mittel als das erz&#xE4;hlte Wort. Ohne Geschichten und ohne Geschichte k&#xF6;nnen wir Menschen nicht sein. Der Grund hierf&#xFC;r ist, dass wir <em>vernunftbegabt</em> sind. Als zu Bewusstsein erwachte menschliche Personen sind wir in einem <em>doppelten</em> Sinn geschichtliche Wesen. Einerseits sind wir, wie andere Dinge der Welt, Dinge mit einer <em>&#xE4;u&#xDF;eren</em> Geschichte. Z.B. war ein Wanderstab zuerst ein Ast eines bestimmten Baumes, dann wurde er abgeschnitten und verarbeitet an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit von einer bestimmten Person usw.</p><p>Jeder Mensch, als Beziehungswesen, wird hineingeboren in eine bestimmte Zeit, an einen bestimmten Ort, von einer bestimmten Mutter, in ein bestimmte Familie und Gesellschaft usw. Wie andere Dinge dieser Welt hat also auch der Mensch als k&#xF6;rperliches Wesen eine <em>&#xE4;u&#xDF;ere</em> Geschichte.</p><h2 id="das-wesen-mit-einer-doppelten-geschichte">Das Wesen mit einer doppelten Geschichte</h2><p>Im Gegensatz zum Ding ohne Bewusstsein, hat der Mensch neben der Geschichte seines &#xE4;u&#xDF;eren K&#xF6;rpers, deren er sich im Unterschied zum unbewussten Ding bewusst ist, auch eine innere geistige Geschichte als diese einmalige, sich selbstbewusste menschliche Person. Sobald der Mensch zum Bewusstsein erwacht und sprachf&#xE4;hig wird, f&#xE4;ngt seine <em>innere Geschichte</em> an. Diese seine innere Geschichte ist die dominante Haupterz&#xE4;hlung, in die er die &#xE4;u&#xDF;ere Geschichte seines K&#xF6;rpers integriert, sodass sie zu <em>einer</em> Geschichte verschmelzen. Die Lebensgeschichte ist f&#xFC;r jeden Menschen pr&#xE4;gend. In ihr ist der jeweilige Mensch der Hauptcharakter, der sich in den Konflikten und den Herausforderungen des Lebens zu bew&#xE4;hren hat.</p><h2 id="die-selbsterz%C3%A4hlung-als-schatzkarte">Die Selbsterz&#xE4;hlung als Schatzkarte</h2><p>Was sind die Lebensziele des jeweiligen Menschen? Was oder wen liebt er? Was sind seine Grundgef&#xFC;hle? Wie sind seine Bindungen gepr&#xE4;gt? Was sind seine Schw&#xE4;chen und St&#xE4;rken? Was sind seine K&#xE4;mpfe? Diese und &#xE4;hnliche Fragen werden haupts&#xE4;chliche durch die narrative Identit&#xE4;t des jeweiligen Menschen beeinflusst und durch den narrativen Frame richtungsweisend gelenkt. </p><p>Hierbei kann das Leben als eine Schatzsuche begriffen werden. Jeder Mensch ist dabei der jeweilige Hauptakteur, der sich freilich in Gemeinschaft und auch in Konkurrenz mit anderen Schatzsuchern, die zur selben Zeit am selben Ort leben, befindet. Die identit&#xE4;tspr&#xE4;gende Selbsterz&#xE4;hlung kann somit metaphorisch als <em>Schatzkarte</em> begriffen werden.</p><p>Die Zukunft ist f&#xFC;r jeden Menschen ungewiss, da wir Menschen im Jetzt leben, und die Zukunft nicht vorhersehen k&#xF6;nnen. Auch haben wir nicht die Macht, diese vollkommen zu bestimmen, da es andere Menschen und Kr&#xE4;fte gibt, die sich au&#xDF;erhalb unseres &#x201E;Machtbereiches&#x201C; befinden und auf uns Einfluss nehmen k&#xF6;nnen. Durch unsere Gedanken, Ideen und Handlungen k&#xF6;nnen wir zwar unsere Zukunft pr&#xE4;gen, wir haben aber nicht die Gewissheit, dass unsere Zukunft sich gem&#xE4;&#xDF; unseren intendierten Pl&#xE4;nen unserer Selbsterz&#xE4;hlung entwickelt.</p><h2 id="wenn-das-selbstnarrativ-zerf%C3%A4llt">Wenn das Selbstnarrativ zerf&#xE4;llt</h2><p>Geschichten pr&#xE4;gen also die menschliche Gesellschaft und jeden Menschen in ihr. Durch Geschichten werden Gemeinschaften formiert und Taten motiviert und begr&#xFC;ndet. Unsere Handlungen und die Ereignisse unseres Lebens interpretieren und bewerten wir durch unsere Erz&#xE4;hlungen &#xFC;ber diese. Das gilt sowohl f&#xFC;r die Selbsterz&#xE4;hlung, als auch f&#xFC;r das Erz&#xE4;hlen &#xFC;ber andere. &#x201E;[W]as f&#xFC;r den einen ein Gedicht ist, das ist f&#xFC;r andere eine Wolke&#x201C;, sagt uns dementsprechend Fjodor M. Dostojewski&#x2026;</p><p>Da der Mensch eine Einheit von Leib und geistigem Lebensprinzip (gr. &#x3C8;&#x3C5;&#x3C7;&#x3AE;) ist, bedarf er auch f&#xFC;r seine psychische Gesundheit einer koh&#xE4;renten Selbsterz&#xE4;hlung, durch die er seine eigene Identit&#xE4;t begr&#xFC;ndet und all seinen Handlungen Sinn gibt. Durch die Selbsterz&#xE4;hlung schafft also der Mensch f&#xFC;r sich und andere eine Realit&#xE4;t, durch die die Sachverhalte der Wirklichkeit (Gedicht oder Wolke) ihre, f&#xFC;r den Menschen relevante, Interpretation erhalten.</p><p>Es macht also f&#xFC;r mich und meine Zukunft als dieser Mensch einen gewaltigen Unterschied, ob ich mich durch die Brille meiner Selbsterz&#xE4;hlung als z.B. jemand wahrnehme, der Versagen und Fehler in dichter Folge in seinem Leben aneinandergereiht hat, oder als jemand, der trotz widriger Umst&#xE4;nde, Schicksalsschl&#xE4;ge und Pech nicht aufgegeben hat, da er an etwas glaubt, das gr&#xF6;&#xDF;er ist als all dies und wof&#xFC;r es sich lohnt zu k&#xE4;mpfen. Die Selbsterz&#xE4;hlung schafft also Sinn, der im besten Fall &#xFC;ber die menschliche Person heraus weist.</p><p>Das hei&#xDF;t, unsere Lebenserz&#xE4;hlung ist voller Spannung - wie wird sie sich wohl weiter entwicklen, k&#xF6;nnen wir unsere urspr&#xFC;nglichen Pl&#xE4;ne verwirklichen? Oder werden wir von ungeahnten Ereignissen &#x201E;aus der Bahn geworfen&#x201C;? Vielleicht werden wir von dem geplanten Pfad zum Schatz abgelenkt, lernen neue Menschen kennen, vielleicht &#xE4;ndert sich auch der Schatz oder der Charakter unserer Erz&#xE4;hlung. Es kann aber auch zu solchen biographischen disruptiven Ereignissen kommen, dass unser Narrativ (unsere Schatzkarte) als solche in St&#xFC;cke zerf&#xE4;llt und vom Wind verweht wird.</p><p>Solch eine Zersplitterung der eigenen narrativen Identit&#xE4;t kann f&#xFC;r die betreffende Person psychologisch lebensgef&#xE4;hrlich sein, da sie dann jeglichen Halt und Sinn im Leben zu verlieren droht.. Wenn Unsicherheiten und Zerkl&#xFC;ftungen in der Lebenswirklichkeit des Menschen um sich greifen und auch vor der eigenen Selbsterz&#xE4;hlung nicht halt machen, drohen diese, die Koh&#xE4;renz der Selbsterz&#xE4;hlung aufzul&#xF6;sen oder zu zersplittern. Eine solche narrative Zersplitterung ist immer dann psychologisch lebensgef&#xE4;hrlich, wenn es der betreffenden Person nicht gelingt, die narrativen Fetzen in eine neue Erz&#xE4;hlung einzubetten und ihnen so neuen Sinn zu verleihen, also mit und aus den narrativen Bruchst&#xFC;cken eine neue Erz&#xE4;hlung, eine neue Schatzkarte zu formen.</p><hr>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Leitfaden zur Ganas-Methode]]></title><description><![CDATA[Bitte laden Sie sich den Leitfaden zur Ganas-Methode herunter, um ihn mit Interessierten zu teilen.]]></description><link>https://ganas.im/leitfaden-zur-ganas-methode/</link><guid isPermaLink="false">62644480492d5e0608b417ce</guid><category><![CDATA[Ganas-Methode]]></category><category><![CDATA[abonnenten]]></category><dc:creator><![CDATA[Dr. Raphaël E. Bexten]]></dc:creator><pubDate>Sat, 30 Apr 2022 06:33:00 GMT</pubDate><media:content url="https://ganas.im/content/images/2022/04/Ganas_Methode-neu_2022-03-05.excalidraw-1--1--4.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<hr><div class="kg-card kg-product-card"><div class="kg-product-card-container"><img src="https://ganas.im/content/images/2022/04/2022-04-08-08.29.07-5.jpg" class="kg-product-card-image" alt="Leitfaden zur Ganas-Methode"><div class="kg-product-card-title-container"><h4 class="kg-product-card-title">Leitfaden zur Ganas-Methode</h4></div><div class="kg-product-card-description"><h1>Tell your&#x2728;Ganas!</h1><h2>Geben Sie sich selbst eine neue narrative Identit&#xE4;t</h2></div><a href="https://ganas.im/content/files/2022/04/Ganas-Leitfaden.pdf" class="kg-product-card-button kg-product-card-btn-accent" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>JETZT HERUNTERLADEN! (kostenlos)</span></a></div></div><hr>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Transformative Erlebnisse und Trauma]]></title><description><![CDATA[Es gibt Erlebnisse im menschlichen Leben, die verändern alles. Solche transformativen Ereignisse können sowohl positiver, als auch negativer Art sein.]]></description><link>https://ganas.im/trauma/</link><guid isPermaLink="false">626c018e3e495c12d85f7bb5</guid><category><![CDATA[Newsletter]]></category><dc:creator><![CDATA[Dr. Raphaël E. Bexten]]></dc:creator><pubDate>Fri, 29 Apr 2022 15:36:20 GMT</pubDate><media:content url="https://images.unsplash.com/photo-1462216589242-9e3e00a47a48?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=MnwxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDV8fHBvdGVudGlhbHxlbnwwfHx8fDE2NTEyNDYyNzg&amp;ixlib=rb-1.2.1&amp;q=80&amp;w=2000" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<figure class="kg-card kg-image-card kg-width-wide kg-card-hascaption"><img src="https://ganas.im/content/images/2022/04/Trauma_Endversion.svg" class="kg-image" alt="Transformative Erlebnisse und Trauma" loading="lazy" width="1000" height="1000"><figcaption>Was ist ein Trauma?</figcaption></figure><hr><h2 id="transformative-erlebnisse">Transformative Erlebnisse</h2><h3 id="eine-skizze">Eine Skizze</h3><img src="https://images.unsplash.com/photo-1462216589242-9e3e00a47a48?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=MnwxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDV8fHBvdGVudGlhbHxlbnwwfHx8fDE2NTEyNDYyNzg&amp;ixlib=rb-1.2.1&amp;q=80&amp;w=2000" alt="Transformative Erlebnisse und Trauma"><p>Es gibt Erlebnisse im menschlichen Leben, die ver&#xE4;ndern alles. Solche transformativen Ereignisse k&#xF6;nnen sowohl positiver, als auch negativer Art sein. Es kann sich z.B. um die erste Begegnung und die Zeit des Verliebens in die Frau oder in den Mann handeln, mit dem wir sp&#xE4;ter gl&#xFC;cklich verheiratet sind. Es kann sich um unerwartete und in das pers&#xF6;nliche Leben einschneidende Ereignisse handeln, wie z.B. das Damaskuserlebnis des Saulus, das ihn in einen Pauls verwandeln wird. Es kann sich aber auch um einen Unfall oder eine Gewalttat, die wir erleiden, handeln.</p><h2 id="das-trauma-als-negatives-transformierendes-erlebnis">Das Trauma als negatives transformierendes Erlebnis</h2><p>Was ist das Sosein des Traumas? Oder anders gefragt, warum wird nicht jedes Erlebnis, das wir subjektiv als negativ einsch&#xE4;tzen, zum Trauma?</p><p>Ein Trauma besitzt ein sinnvolles Sosein, d.h. die gleichen oder sehr &#xE4;hnliche psychologische Wesenscharakteristika finden wir bei allen Menschen, die ein <em>echtes</em> Trauma erlitten haben, wieder. Diese Erkenntnisse sind Allgemeingut und haben sich in der Wortetymologie des Wortes Trauma (gr. &#x3C4;&#x3C1;&#x3B1;&#x3CD;&#x3BC;&#x3B1; - dt. Wunde) abgebildet. Ein Trauma ist also nach der griechischen Wortbedeutung eine seelische / psychische Verwundung.</p><h2 id="das-trauma-als-seelische-verwundung">Das Trauma als seelische Verwundung</h2><p>Der Analogieschluss (Vergleichsschluss) mit leiblichen Verletzungen soll hier als Verst&#xE4;ndnishilfe zur ph&#xE4;nomenologischen Erschlie&#xDF;ung der Wesenscharakteristika des Traumas dienen.</p><p>Wie es bekanntlich verschiedenartige Verletzungen des Leibes gibt, diese reichen von einfachen Hautkratzern und Schnittwunden bis hin zu lebensbedrohlichen Verletzungen der gro&#xDF;en Hauptschlagadern etc., gibt es auch ebensoviele oder mehr Arten von seelischen Verletzungen&#x2026;</p><p>Wir Menschen sind zeitliche, also geschichtliche Wesen. Das hei&#xDF;t, wir haben, wie alle zeitlichen Dinge, eine Geschichte. Auch unser leiblicher K&#xF6;rper hat seine Geschichte. Diese ist multidimensional, da dieser Leib z.B. mein mir jetzt gerade bewusster f&#xFC;hlender Leib ist. Ich bin diese menschliche Person (der Mensch wird hier als Einheit von Leib und Seele begriffen), die gerade mit ihren leiblichen H&#xE4;nden diese Zeilen tippt. Der Leib hat aber auch seine eigene biologische Geschichte, z.B. als dieser gesund oder ungesund ern&#xE4;hrter Leib&#x2026;</p><p>Wie l&#xE4;sst sich also das Trauma von anderen psychisch (seelisch) negativen Ereignissen, wie z. B. der Kr&#xE4;nkung durch eine nahestehende Person, unterscheiden?</p><h2 id="was-macht-ein-trauma-zum-trauma">Was macht ein Trauma zum Trauma?</h2><p>Bei einem <em>echten</em> Trauma handelt es sich, um in der Analogie zu bleiben, um <em>keine</em> kleine seelische Schnittwunde, sondern um eine gravierendere psychische Verletzung mittleren bis schweren Ausma&#xDF;es.</p><h2 id="wodurch-wird-etwas-zu-einer-schweren-psychischen-verletzung">Wodurch wird etwas zu einer schweren psychischen Verletzung?</h2><p>In der Analogie der leiblichen Verletzung gesprochen, durch die Tiefe, Dauer und die Gef&#xE4;hrlichkeit (sind durch die Verletzung lebenswichtige Organe betroffen) wird die schwere der psychischen Verletzung verursacht.</p><ol><li>Eine notwendige, aber nicht <em>hinreichende</em> Bedingung, damit ein Trauma zustande kommt, ist dass das Geschehen etwas mit der Person, die seelisch verletzt wird, zu tun hat, also <em>bedeutsam f&#xFC;r</em> diese ist. Es kann sich hierbei also, mit Dietrich von Hildebrand gesprochen, um einen objektives Gut f&#xFC;r die Person handeln, dass durch das Ereignis genommen oder besch&#xE4;digt wird. Ein solcher Fall w&#xE4;re z.B. gegeben, wenn eine Berufspianistin durch einen Autounfall ihre linke Hand verlieren w&#xFC;rde. Wenn es sich hingegen nur um etwas handelt, das mit der betreffenden Person zu tun hat, aber f&#xFC;r diese nur <em>subjektiv befriedigend</em>, wie z.B. ihr Lieblingsgericht, so kann eine Wegnahme oder Besch&#xE4;digung von diesem <em>nicht</em> zu einer seelischen Traumatisierung f&#xFC;hren. Ist hingegen ein im eben genannten Sinn ein <em>objektiver</em> <em>Wert</em> betroffen, so kann hierdurch eine bleibende mittlere oder schwere psychische Verletzung entstehen. N&#xE4;mlich unter folgenden Bedingungen&#x2026;</li></ol>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Vertrauen ist ein Geschenk]]></title><description><![CDATA[Schenken ist etwas Urmenschliches. Es ist ein interpersoneller Akt. Ohne Vertrauen ist keine Zwischenmenschlichkeit möglich. Schenken und Sich-Beschenken-lassen setzt also Vertrauen voraus. Der Schenkende vertraut demjenigen, den er beschenken möchte.]]></description><link>https://ganas.im/vertrauen-ist-ein-geschenk/</link><guid isPermaLink="false">624eb6790989647201ddf91b</guid><category><![CDATA[Newsletter]]></category><category><![CDATA[Philosophisches]]></category><dc:creator><![CDATA[Dr. Raphaël E. Bexten]]></dc:creator><pubDate>Thu, 28 Apr 2022 14:19:00 GMT</pubDate><media:content url="https://ganas.im/content/images/2022/04/photo-1561217332-80c762af0116--1-.jpeg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<figure class="kg-card kg-image-card kg-width-wide kg-card-hascaption"><img src="https://ganas.im/content/images/2022/04/geschenk-1.svg" class="kg-image" alt="Vertrauen ist ein Geschenk" loading="lazy" width="1000" height="1000"><figcaption><b>Eine Textnetwork-Visualisierung dieses Artikels</b></figcaption></figure><!--kg-card-begin: markdown--><hr>
<img src="https://ganas.im/content/images/2022/04/photo-1561217332-80c762af0116--1-.jpeg" alt="Vertrauen ist ein Geschenk"><p>Schenken ist etwas Urmenschliches. Es ist ein interpersoneller Akt. Ohne Vertrauen ist keine Zwischenmenschlichkeit m&#xF6;glich. Schenken und Sich- Beschenken-lassen setzt also Vertrauen voraus. Der Schenkende vertraut demjenigen, den er beschenken m&#xF6;chte. Der zu Beschenkende vertraut, indem er sich beschenken l&#xE4;sst, dem Schenkenden.</p>
<h2 id="schenken-und-vertrauen-setzt-freiheit-voraus">Schenken und Vertrauen setzt Freiheit voraus</h2>
<p>Schenken und Vertrauen sind freiheitliche menschliche Akte. Somit dr&#xFC;cken wir, indem wir jemanden etwas schenken, unser Vertrauen und unsere personale Freiheit mit aus. Die  Ph&#xE4;nomene &#x201E;Vertrauen&#x201C; und &#x201E;Schenken&#x201C; k&#xF6;nnen also nicht sein ohne die personale Freiheit. Und die menschliche Freiheit kann nicht sein ohne das Ph&#xE4;nomen &#x201E;Vertrauen&#x201C;&#x2026;</p>
<!--kg-card-end: markdown--><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://ganas.im/content/images/2022/08/Bildschirmfoto-2022-08-12-um-14.33.53.png" class="kg-image" alt="Vertrauen ist ein Geschenk" loading="lazy" width="2000" height="1866" srcset="https://ganas.im/content/images/size/w600/2022/08/Bildschirmfoto-2022-08-12-um-14.33.53.png 600w, https://ganas.im/content/images/size/w1000/2022/08/Bildschirmfoto-2022-08-12-um-14.33.53.png 1000w, https://ganas.im/content/images/size/w1600/2022/08/Bildschirmfoto-2022-08-12-um-14.33.53.png 1600w, https://ganas.im/content/images/2022/08/Bildschirmfoto-2022-08-12-um-14.33.53.png 2078w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption>Themen, die in diesem Beitrag angesprochen werden und ggf. in weiteren Beitr&#xE4;gen vertiefender thematisiert werden.</figcaption></figure><!--kg-card-begin: markdown--><h2 id="freiheit-vertrauen-und-dankbarkeit">Freiheit, Vertrauen und Dankbarkeit</h2>
<!--kg-card-end: markdown--><p>Obschon Vertrauen nicht dasselbe ist wie Schenken, ist jedes Vertrauen ein Geschenk. Auch sind Schenken und Vertrauen nicht ohne Freiheit m&#xF6;glich, trotzdem ist die menschliche Freiheit immer auch ein Geschenk und Ausdruck von Vertrauen. Vertrauen und Geschenk bzw. Gabe verlangen von demjenigen, der sie als solche erh&#xE4;lt, eine Antwort. Diese tr&#xE4;gt den Namen Dankbarkeit. </p><p><em>Urph&#xE4;nomene</em> wie Freiheit, Vertrauen, Gabe (Geschenk) sind zwar, wie das Wort besagt, auf nichts als sie selbst zur&#xFC;ckzuf&#xFC;hren, k&#xF6;nnen aber dennoch einander voraussetzen und somit nicht ohne den Anderen sein.</p><!--kg-card-begin: markdown--><h2 id="vertrauen-verletzlichkeit-und-menschsein">Vertrauen, Verletzlichkeit und Menschsein</h2>
<!--kg-card-end: markdown--><p>Wenn wir <em>jemandem</em> vertrauen und <em>jemanden</em> beschenken, so machen wir uns <em>verletzlich</em>. Unser Vertrauen <em>k&#xF6;nnte</em> missbraucht - unser Geschenk abgelehnt werden. Macht bedarf keiner Geschenke - Zwang braucht kein Vertrauen. Wir aber k&#xF6;nnen ohne Vertrauen, das uns jemand schenkt, nicht sein&#x2026;</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-width-full kg-card-hascaption"><img src="https://ganas.im/content/images/2022/08/excalibrain-1.svg" class="kg-image" alt="Vertrauen ist ein Geschenk" loading="lazy" width="4309" height="1756"><figcaption>Wie stehen die angesprochen Sachverhalte miteinander in Beziehung?</figcaption></figure><h3 id="artikel-tag">Artikel-Tag</h3><p><a href="https://ganas.im/newsletter/">#Newsletter</a></p><h2 id="diskussion">Diskussion</h2>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schritte zum größten Lernerfolg…]]></title><description><![CDATA[Learning by…]]></description><link>https://ganas.im/wie-konnen-wir-am-meisten-lernen/</link><guid isPermaLink="false">625eb6f0492d5e0608b41621</guid><category><![CDATA[abonnenten]]></category><category><![CDATA[Lebenslanges Lernen]]></category><dc:creator><![CDATA[Dr. Raphaël E. Bexten]]></dc:creator><pubDate>Sat, 19 Mar 2022 14:38:00 GMT</pubDate><media:content url="https://ganas.im/content/images/2022/04/thought-catalog-505eectW54k-unsplash-Kopie.jpg" medium="image"/><content:encoded/></item><item><title><![CDATA[Von Einstein lernen…]]></title><description><![CDATA[Albert Einstein schrieb in einem Brief an Carl Seelig am 11. März 1952: „Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.“ Hochbegabte Menschen sind also…]]></description><link>https://ganas.im/voneinstein-lernen/</link><guid isPermaLink="false">624eb6790989647201ddf920</guid><category><![CDATA[abonnenten]]></category><dc:creator><![CDATA[Dr. Raphaël E. Bexten]]></dc:creator><pubDate>Sat, 05 Feb 2022 10:33:34 GMT</pubDate><media:content url="https://ganas.im/content/images/2022/02/Einstein_1921_by_F_Schmutzer_-_restoration--1-.jpeg" medium="image"/><content:encoded/></item><item><title><![CDATA[‘Person’ ein Würdebegriﬀ]]></title><description><![CDATA[Die Würde ist ein Urphänomen, also etwas, das für den menschlichen Geist etwas Letztes – Unhintergehbares ist, welches nur als eben solches erkannt und anerkannt oder geleugnet bzw. uminterpretiert werden kann.]]></description><link>https://ganas.im/person-ein-wurdebegriff/</link><guid isPermaLink="false">624eb6790989647201ddf91e</guid><category><![CDATA[Philosophisches]]></category><dc:creator><![CDATA[Dr. Raphaël E. Bexten]]></dc:creator><pubDate>Mon, 31 Jan 2022 13:50:05 GMT</pubDate><media:content url="https://ganas.im/content/images/2022/01/Robert_Spaemann_2015_.jpeg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<figure class="kg-card kg-image-card kg-width-wide kg-card-hascaption"><img src="https://ganas.im/content/images/2022/04/wuerde.svg" class="kg-image" alt="&#x2018;Person&#x2019; ein W&#xFC;rdebegri&#xFB00;" loading="lazy" width="1000" height="1000"><figcaption><b>Eine Textnetwork-Visualisierung dieses Artikels</b></figcaption></figure><!--kg-card-begin: markdown--><hr>
<img src="https://ganas.im/content/images/2022/01/Robert_Spaemann_2015_.jpeg" alt="&#x2018;Person&#x2019; ein W&#xFC;rdebegri&#xFB00;"><p>Es kann mit Spaemann argumentiert werden, dass &#x201E;W&#xFC;rde [&#x2026;] keine empirisch gegebene Eigenschaft&#x201C;<sup class="footnote-ref"><a href="#fn1" id="fnref1">[1]</a></sup> ist.</p>
<h2 id="w%C3%BCrde-ist-ein-urph%C3%A4nomen">W&#xFC;rde ist ein Urph&#xE4;nomen</h2>
<p>Vielmehr ist Spaemann zuzustimmen, das W&#xFC;rde, ein Urph&#xE4;nomen ist, also etwas, das f&#xFC;r den menschlichen Geist etwas Letztes &#x2013; Unhintergehbares ist, welches nur als eben solches erkannt und anerkannt oder geleugnet bzw. uminterpretiert werden kann.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn2" id="fnref2">[2]</a></sup> Sie ist auch nicht durch etwas rein Biologisches, wie die Zugeh&#xF6;rigkeit zur biologischen Spezies Homo sapiens begr&#xFC;ndet, denn rein naturwissenschaftlich betrachtet unterscheidet sich die biologische Spezies Homo sapiens nicht wesentlich (qualitativ) von anderen biologischen Spezies, denen aufgrund von fehlenden Indizien (z. B. fehlende geistige (z. B. semiotische) Leistungen, die mit denen der menschlichen Person vergleichbar sind) keine rationale Natur und damit auch keine ontologisch unverlierbare W&#xFC;rde zugeschrieben wird.</p>
<p>W&#xE4;re also der Naturalismus<sup class="footnote-ref"><a href="#fn3" id="fnref3">[3]</a></sup> die ad&#xE4;quate Anschauung der Wirklichkeit, so w&#xFC;rde Peter Singers Speziesismusvorwurf berechtigt sein.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn4" id="fnref4">[4]</a></sup> Es gibt aber, so kann mit Spaemann argumentiert werden, nicht nur das rein empirisch Wahrnehmbare.</p>
<h2 id="verschiedene-modi-des-personverhaltens">Verschiedene Modi des Personverhaltens</h2>
<p><img src="https://ganas.im/content/images/2022/01/verhalten_1-4.jpeg" alt="&#x2018;Person&#x2019; ein W&#xFC;rdebegri&#xFB00;" loading="lazy"></p>
<hr>
<p><em>Abbildung 1: Verschiedene Modi des Personverhaltens &#x2013; Die Pfeile symbolisieren die M&#xF6;glichkeit des Werdens: So kann z. B. aus dem Seienden, das Personverhalten erwerben kann, also die aktive Potenz zum Personverhalten besitzt, durch die verwirklichende Kraft einer Form bzw. eines Aktes ein Seiendes werden, das ontologisch die F&#xE4;higkeit zum Personverhalten besitzt, d. h. Personverhalten aktualisieren kann &#x2013; Diese Abb. ist inhaltlich und der grafischen Idee nach in leicht modifizierte Form von Erks Abb. 33 &#xFC;bernommen worden.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn5" id="fnref5">[5]</a></sup></em></p>
<h2 id="menschliches-personsein-und-menschliches-personverhalten-im-verh%C3%A4ltnis-zueinander">Menschliches Personsein und menschliches Personverhalten im Verh&#xE4;ltnis zueinander</h2>
<hr>
<p>Der zureichende ontologische Grund f&#xFC;r die unverlierbare W&#xFC;rde des Menschen, durch den die fundamentalen Menschenrechte begr&#xFC;ndet werden, ist seine Grundwirklichkeitsform, sein geistiges Personsein in einem Leib (Vgl. Abb. 2 &amp; Abb. 3), bzw. sein personales Selbst, dass eine vern&#xFC;nftige Natur hat.<br>
<img src="https://ganas.im/content/images/2022/01/personverhalten_1.jpeg" alt="&#x2018;Person&#x2019; ein W&#xFC;rdebegri&#xFB00;" loading="lazy"></p>
<hr>
<p><em>Abbildung 2: Die eine menschliche Person: Menschliches Personsein und menschliches Personverhalten im Verh&#xE4;ltnis zueinander &#x2013; Diese Au&#xFB00;assung wird in diesem Artikel als die ad&#xE4;quate verteidigt und entspricht dem substanzontologisch-relationalen Personbegri&#xFB00; &#x2013; Personsein ist, entgegen der Meinung des Aktualismus, mehr als eine aktuelle F&#xE4;higkeit oder das &#xFC;beraktuelle Verm&#xF6;gen, bestimmte F&#xE4;higkeiten zu verwirklichen &#x2013; Die relevanten biologischen Sachverhalte der Ontogenese des Menschen werden z. B. bei Rager<sup class="footnote-ref"><a href="#fn6" id="fnref6">[6]</a></sup> besprochen und philosophisch interpretiert &#x2013; Die schra&#xFB03;erte Fl&#xE4;che des Venn-Diagramms ist leer &#x2013; Die Unterscheidung zwischen Personsein und Personverhalten findet sich u. a. bei Schwarz<sup class="footnote-ref"><a href="#fn7" id="fnref7">[7]</a></sup></em></p>
<h2 id="eine-grundwirklichkeitsform-menschlichen-personseins-mit-drei-dimensionen">Eine Grundwirklichkeitsform menschlichen Personseins mit drei Dimensionen</h2>
<hr>
<p><img src="https://ganas.im/content/images/2022/01/thesen_0.jpeg" alt="&#x2018;Person&#x2019; ein W&#xFC;rdebegri&#xFB00;" loading="lazy"></p>
<hr>
<p><em>Abbildung 3: Eine Grundwirklichkeitsform menschlichen Personseins mit drei Dimensionen &#x2013; Diese Darstellung basiert auf dem &#x2013; hier thesenhaft &#x2013; als ad&#xE4;quat vertretenen substanzontologisch-relationalen Personbegri&#xFB00;</em></p>
<hr>
<p>Es kann aber, mit Spaemann gesprochen, durch die &#x201E;biologischen Zugeh&#xF6;rigkeit zu einer Familie von Freien [Personen]&#x201C;<sup class="footnote-ref"><a href="#fn8" id="fnref8">[8]</a></sup> auf das Personsein der betre&#xFB00;enden Individuen geschlossen werden:</p>
<blockquote>
<p>&#x201E;Es kommt deshalb nicht darauf an, ob das einzelne Familienmitglied schon, noch oder &#xFC;berhaupt die Eigenschaften besitzt, die uns veranlassen, von Personen zu sprechen, die ph&#xE4;nomenal so etwas wie W&#xFC;rde zur Erscheinung bringen.&#x201C;<sup class="footnote-ref"><a href="#fn9" id="fnref9">[9]</a></sup></p>
</blockquote>
<p>Nun wird auch begr&#xFC;ndbar, warum z. B., wie auch Spaemann ausf&#xFC;hrt, der &#x201E;Kannibale von Rotenburg&#x201C; gegen die unverlierbare objektive W&#xFC;rde des ermordeten Menschen versto&#xDF;en hat und deswegen schuldig geworden ist, auch wenn er mit der Tat den Wunsch des ermordeten Menschen erf&#xFC;llt hat.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn10" id="fnref10">[10]</a></sup> Die Verurteilung und Bestrafung des &#x201E;Kannibalen von Rotenburg&#x201C; wegen Mordes durch den Staat, so kann mit Spaemann weiter ausgef&#xFC;hrt werden, setzt in der juristischen und philosophischen Begr&#xFC;ndung der Bestrafung bzw. des Urteils &#x201E;so etwas wie eine Natur des Menschen&#x201C;<sup class="footnote-ref"><a href="#fn11" id="fnref11">[11]</a></sup> voraus. Die postulierte menschliche Natur dient hier somit als Ma&#xDF;stab, anhand dessen die W&#xFC;nsche evaluiert werden k&#xF6;nnen und das Gericht feststellen kann, dass &#x201E;die Menschenw&#xFC;rde trotz Zustimmung angetastet wird.&#x201C;<sup class="footnote-ref"><a href="#fn12" id="fnref12">[12]</a></sup> Abschlie&#xDF;end kann mit Spaemann darauf hingewiesen werden, dass &#x201E;[o]hne den Begri&#xFB00; des Normalen [&#x2026;] wir nicht auf die Frage antworten [k&#xF6;nnen], warum denn das Interesse des Kindes Vorrang haben soll gegen&#xFC;ber dem Interesse des P&#xE4;dophilen.&#x201C;<sup class="footnote-ref"><a href="#fn13" id="fnref13">[13]</a></sup></p>
<p>Der Mensch bzw. die menschliche Person besitzt also einen objektiven unverlierbaren ontologischen Wert (eine In-sich-selbst-Bedeutsamkeit) / eine objektive unverlierbare ontologische W&#xFC;rde. Dies ist der ontologisch zureichende Grund f&#xFC;r die Normativit&#xE4;t menschlichen Lebens. D. h. es besteht gem&#xE4;&#xDF; dieser hier vertretenen Au&#xFB00;assung keine totale Dichotomie zwischen Sein und Sollen. Ein vollkommen wertfreies Sein oder eine vollkommen wertfreie Natur gibt es nicht, da es auch bestimmtes in-sich-selbst-bedeutsames Seiendes (Seiendes, das einen objektiven Wert besitzt), wie z. B. den lebenden Menschen gibt. Folglich ist der sog. Sein-Sollens-Fehlschluss kein Fehlschluss.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn14" id="fnref14">[14]</a></sup> &#xDC;berdies beruht G. E. Moores Argument der o&#xFB00;enen Frage bzw. sein sog. Naturalistischer Fehlschluss selbst auf einer Petitio principii, da es den Beweisgrund selbst in Anspruch nimmt. Dies hat W. Frankena 1939 gezeigt.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn15" id="fnref15">[15]</a></sup></p>
<h2 id="die-personalistische-norm">Die Personalistische Norm</h2>
<p>Menschliches Personsein wird durch das Urph&#xE4;nomen &#x2018;rationales Leben&#x2019; konstituiert, d. h. menschliches Personsein ist auch dann vorhanden, wenn das &#x201E;unbewusste&#x201C; rationale Leben nur, wie beim menschlichen Embryo oder dem sog. Hirntoten<sup class="footnote-ref"><a href="#fn16" id="fnref16">[16]</a></sup>nur als aktive Potenz (Vgl.Abb. 1, Quadrat links oben) vorliegt.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn17" id="fnref17">[17]</a></sup></p>
<p>Es soll somit auf das menschliche Personsein bzw. auf die menschliche Person durch andere Menschen eine ad&#xE4;quate Wertantwort gegeben werden. Diese kann als Antwort auf die &#x201E;Personalistische Norm&#x201C; bezeichnet werden. Die Personalistische Norm besagt: &#x201E;Die Person ist um ihrer selbst willen zu bejahen bzw. zu lieben.&#x201C;</p>
<h3 id="artikel-tag">Artikel-Tag</h3>
<p><a href="https://ganas.im/philosophisches/">#Philosophisches</a></p>
<hr class="footnotes-sep">
<section class="footnotes">
<ol class="footnotes-list">
<li id="fn1" class="footnote-item"><p>Robert Spaemann. &#x201E;Menschenw&#xFC;rde und menschliche Natur (2009)&#x201C;. In: Schritte &#xFC;ber uns hinaus: Gesammelte Reden und Aufs&#xE4;tze II. Bd. 2. Stuttgart: Klett-Cotta, 2011, S. 93&#x2013;101, S. 93, Vgl. auch Robert Spaemann. &#x201E;Menschenw&#xFC;rde und menschliche Natur&#x201C;. In: Normativit&#xE4;t des Lebens &#x2013; Normativit&#xE4;t der Vernunft? Hrsg. von Markus Rothhaar und Martin H&#xE4;hnel. Berlin: De Gruyter, 2015, S. 37&#x2013;42. <a href="#fnref1" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn2" class="footnote-item"><p>Spaemann schreibt &#xFC;ber die W&#xFC;rde als ein Urph&#xE4;nomen: &#x201E;Was das Wort &#x2018;W&#xFC;rde&#x2019; meint, ist begri&#xFB04;ich deshalb schwer zu fassen, weil es eine undefinierbare, einfache Qualit&#xE4;t meint. Deren intuitive Erfassung kann nur durch den Hinweis auf Beispiele oder durch Paraphrasen erleichtert werden. Und es ist ferner charakteristisch f&#xFC;r Urph&#xE4;nomene dieser Art, da&#xDF; sie nicht nur in einem Bereich der Wirklichkeit, sondern auf analoge Weise in weit auseinanderliegenden Regionen anschaubar werden&#x201C; Robert Spaemann. Grenzen: zur ethischen Dimension des Handelns. Stuttgart: Klett-Cotta, 2001, Kap. 8, S. 109. <a href="#fnref2" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn3" class="footnote-item"><p>Unter Naturalismus wird hier ein starker metaphysischer / ontologischer Naturalismus, als auch ein starker methodologischer Naturalismus verstanden, der u. a. die Au&#xFB00;assung verteidigt, dass es z. B. so etwas wieeinen menschlichen Geist / Intellekt als urph&#xE4;nomenale Entit&#xE4;t nicht geben kann, alles sei vielmehr &#x201E;Natur&#x201C;, d. h. chemisch, physikalisch, biologisch untersuchbar und letztendlich auch erkl&#xE4;rbar, wenn das Wissen bzw. die Naturwissenschaft gen&#xFC;gend fortgeschritten ist. &#x2013; Die philosophischen Anschauungen, die Gert Keil als &#x201E;Metaphysischer Naturalismus&#x201C;, &#x201E;Scientia mensura-Naturalismus&#x201C; und &#x201E;Analytischer Naturalismus&#x201C; bezeichnet (Vgl. Geert Keil. &#x201E;Naturalismus und Biologie&#x201C;. In: Naturalismus als Paradigma: wie weit reicht die naturwissenschaftliche Erkl&#xE4;rung des Menschen? Hrsg. von Ludger Honnefelder und Matthias C. Schmidt. Berlin: Berlin University Press, 2007, S. 14&#x2013;33; S. 18-26), werden hier, inkludierend unter dem Terminus &#x201E;starker Naturalismus&#x201C; verstanden. Folglich kann es, gem&#xE4;&#xDF; des Naturalismus, einen transzendenten nicht-materiellen personalen Gott nicht geben. (Das Thema &#x201E;Naturalismus&#x201C; kann hier nur angeschnitten werden, deshalb sei auf spezielle Abhandlungen zu diesem Thema verwiesen Vgl. Geert Keil. Kritik des Naturalismus. Berlin: De Gruyter, 1993; Geert Keil. &#x201E;Anthropologischer und ethischer Naturalismus&#x201C;. In: Probleme des Naturalismus &#x2013; Philosophische Beitr&#xE4;ge. Hrsg. von Bernd Goebel u. a. Paderborn: mentis, 2005, S. 65&#x2013;100; Keil, &#x201E;Naturalismus und Biologie&#x201C;; Alvin Plantinga. Where the conflict really lies: science, religion, and naturalism. New York: Oxford University Press, 2011; Ludger Honnefelder. &#x201E;Erste und zweite Natur des Menschen: Woran orientieren wir uns?&#x201C; In: Naturalismus als Paradigma: wie weit reicht die naturwissenschaftliche Erkl&#xE4;rung des Menschen? Hrsg. von Ludger Honnefelder und Matthias C. Schmidt. Berlin: Berlin University Press, 2007.). <a href="#fnref3" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn4" class="footnote-item"><p>Vgl. G&#xFC;nther P&#xF6;ltner. &#x201E;Menschennatur und Speziesismus&#x201C;. In: Normativit&#xE4;t des Lebens &#x2013; Normativit&#xE4;t der Vernunft? Hrsg. von Martin Rothhaar Markus und H&#xE4;hnel. Berlin: De Gruyter, 2015, S. 251&#x2013;270. <a href="#fnref4" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn5" class="footnote-item"><p>Erk. Rationierung im Gesundheitswesen, S. 140. Vgl. auch Schwarz. Die verratene Menschenw&#xFC;rde, S. 112-121. <a href="#fnref5" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn6" class="footnote-item"><p>G&#xFC;nter Rager. &#x201E;Die biologische Entwickung des Menschen&#x201C;. In: Beginn, Personalit&#xE4;t und W&#xFC;rde des Menschen. Hrsg. von Hans Michael Rager G&#xFC;nter und Baumgartner. Freiburg, M&#xFC;nchen: K. Alber, 2009, S. 67&#x2013;122. <a href="#fnref6" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn7" class="footnote-item"><p>Stephen Schwarz. Die verratene Menschenw&#xFC;rde: Abtreibung als philosophisches Problem. &#xDC;bers. von Schmucker-von Koch Joseph. K&#xF6;ln: Communio, 1992, 112&#xFB00;. <a href="#fnref7" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn8" class="footnote-item"><p>Spaemann, &#x201E;Menschenw&#xFC;rde und menschliche Natur (2009)&#x201C;, S. 94. <a href="#fnref8" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn9" class="footnote-item"><p>Ebd., S. 94. <a href="#fnref9" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn10" class="footnote-item"><p>Ebd., 96f. <a href="#fnref10" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn11" class="footnote-item"><p>Ebd., 96f. <a href="#fnref11" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn12" class="footnote-item"><p>Ebd., 96f. Diese Thematik bedarf gesonderter Untersuchungen und Abhandlungen (Vgl. z. B. Reinhard L&#xF6;w, Spaemann Robert. Nat&#xFC;rliche Ziele: Geschichte und Wiederentdeckung des teleologischen Denkens. Stuttgart: Klett-Cotta, 2005, Leo J. Elders. &#x201E;Nature as the basis of moral actions&#x201C;. In: Sapientia 56.210 (2001), S. 565&#x2013;588; Philippa Foot. Die Natur des Guten. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004; Vittorio Possenti. &#x201E;Reasons in favor of normativity of life/nature&#x201C;. In: Normativit&#xE4;t des Lebens &#x2013; Normativit&#xE4;t der Vernunft? Hrsg. von Markus Rothhaar und Martin H&#xE4;hnel. Berlin: De Gruyter, 2015, S. 237&#x2013;250. <a href="#fnref12" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn13" class="footnote-item"><p>Spaemann, &#x201E;Menschenw&#xFC;rde und menschliche Natur (2009), S. 97. Spaemann f&#xFC;hrt hierzu weiter aus:<br>
&#x201E;die beiden Interessen [stehen] eben nicht auf der gleichen Stufe [&#x2026;] Das eine, das Interesse an einem normalen Leben, ist ein normales Interesse, das Interesse des P&#xE4;dophilen ist es nicht&#x201C; Ebd., S. 97.<br>
Gegen diese Argumente k&#xF6;nnte mit Norbert Hoerster eingewandt werden, &#x201E;die Begr&#xFC;ndung des Lebensschutzes auf interessenethischer Grundlage erfolge ohne Berufung auf eine fragw&#xFC;rdige Metaphysik&#x201C; (G&#xFC;nther P&#xF6;ltner. &#x201E;Die konsequenzialistische Bergr&#xFC;ndung des Lebensschutzes&#x201C;. In: Zeitschrift f&#xFC;r Philosophische Forschung 47.2 (1993), S. 184&#x2013;203; S. 190) und sei deswegen vorzuziehen. Doch diese Behauptung ist mit G&#xFC;nther P&#xF6;lter zur&#xFC;ckzuweisen:<br>
&#x201E;Der Konsequenzialismus beruht ganz im Gegenteil auf einer Reihe h&#xF6;chst problematischer metaphysischer Voraussetzungen: Er operiert mit einem reduktionistischen Seinsbegri&#xFB00;, setzt den Artennominalismus und die Vulg&#xE4;rvorstellung des Substanz-Akzidenz-Unterschieds vor-aus, er bewegt sich in einem instrumentalistischen Leibverst&#xE4;ndnis und unterstellt, Mensch bzw. Person zu sein, sei eine Eigenschaft. Der Konsequenzialismus glaubt, von fragw&#xFC;rdigen metaphysischen Voraussetzungen frei zu sein &#x2013; und verf&#xE4;llt ihnen kritiklos. Er verwechselt die Blindheit f&#xFC;r sie mit dem Freisein von ihnen&#x201C; Ebd., 190f. <a href="#fnref13" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn14" class="footnote-item"><p>Vgl. Keil, &#x201E;Anthropologischer und ethischer Naturalismus&#x201C;, 85f. Gegen diese These, dass die menschliche Person einen objektiven unverlierbaren Wert bzw. eine objektive unverlierbare W&#xFC;rde besitze, k&#xF6;nnte aber folgender Einwand erhoben werden: Personsein bzw. Personalit&#xE4;t sei nicht per se etwas Pr&#xE4;skriptives (Normatives), sondern prim&#xE4;r Deskriptives. Die Gegenargumentation, die auch in diesem Aufsatz implizit verteidigt wird, kann dabei folgende Richtung einschlagen:<br>
&#x201E;Der Sein/Sollens-Fehlschluss k&#xF6;nnte zum zweiten kein Fehlschluss sein, weil es den Bereich des reinen Seins, also eine wertfreie Natur &#xFC;berhaupt nicht gibt, oder weil zumindest einiges in der Natur einen intrinsischen Wert hat. [. . . ] Die Idee objektiver Werte untergr&#xE4;bt die Gesch&#xE4;ftsgrundlage des Einwandes, n&#xE4;mlich die Dualit&#xE4;t von Sein und Sollen.&#x201C; Ebd., 85f. &#x201E;Anders k&#xF6;nnte der Fall bei Begri&#xFB00;en wie &#x2018;grausam&#x2019; oder &#x2018;beleidigend&#x2019; liegen, die in der Tat auf Untugenden verweisen und deshalb schwerlich eine neutrale Verwendung zulassen. Die Existenz solcher Begri&#xFB00;e zeigt aber nur, dass Moores Strategie, den naturalistischen Fehlschluss an einzelnen Pr&#xE4;dikaten und insbesondere an der Einzigartigkeit und Nichtdefinierbarkeit des Wortes &#x2018;gut&#x2019; festzumachen, zu kurz greift.&#x201C; Ebd., S. 87. Vgl. auch Philippa Foot. Natural goodness. Oxford; New York: Clarendon; Oxford University Press, 2001; Foot, Die Natur des Guten.<br>
Im obigen Zitat und seinem Kontext bespricht Geert Keil verschiedene Argumentationsweisen gegen den Sein/Sollens-Fehlschluss bzw. den Naturalistischen Fehlschluss (naturalistic fallacy) zu argumentieren. <a href="#fnref14" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn15" class="footnote-item"><p>Vgl. William K. Frankena. &#x201E;The naturalistic fallacy&#x201C;. In: Mind 48.192 (1939), S. 464&#x2013;477. Das O&#xFB00;ene-Frage-Argument G. E. Moores (vgl. Principia Ethica 1903 pp. 20-21, 43-44) begeht den Paralogismus einer Petitio principii und ist deswegen ein Zirkelbeweis, der den Beweisgrund selbst in Anspruch nimmt. Hierauf hat W. Frankena zuerst hingewiesen (Vgl. Frankena. &#x201E;The naturalistic fallacy&#x201C;.). Die Ausf&#xFC;hrungen dieser Fu&#xDF;note sind in modifizierter und erweiterter Form aus folgendem Text (<a href="http://www.webcitation.org/6myFXkRVa">http://www.webcitation.org/6myFXkRVa</a>) &#xFC;bernommen worden. Dieser Text wiederum beruht auf W. Frankenas Fachartikel. (Vgl. George Edward Moore. Principia Ethica. 2. Cambridge: University Press, 1953. Vgl. Principia Ethica 1903: <a href="http://www.webcitation.org/6n7MW94JG">http://www.webcitation.org/6n7MW94JG</a> (Erkl&#xE4;rung zum nachfolgenden Text: analytisch hei&#xDF;t hier, im Gegensatz zu synthetisch, nicht erkenntniserweiterend). Das O&#xFB00;ene-Frage-Argument G. E. Moores als modus tollens (Wenn A dann B &#x2013; Nicht B &#x2013; Folglich nicht A): 1. Pr&#xE4;misse: Wenn X (analytisch &#xE4;quivalent &#x2013; gleichwertig &#x2013; zu) gut ist (A), dann ist die Frage, &#x201E;Ist es wahr, dass X gut ist&#x201C; bedeutungslos (B). 2. Pr&#xE4;misse: Die Frage &#x201E;Ist es wahr, dass X gut ist&#x201C; ist nicht bedeutungslos (d. h. sie ist eine o&#xFB00;ene Frage) (nicht-B) Konklusion: Folglich X ist nicht (analytisch &#xE4;quivalent &#x2013; gleichwertig &#x2013; zu ) gut (nicht-A). Das O&#xFB00;ene-Frage-Argument G. E. Moores begeht den Paralogismus einer Petitio principii und ist deswegen ein Zirkelbeweis. Begr&#xFC;ndung: Analytische &#xC4;quivalenz von X und Y bedingt logisch notwendig, dass die Frage &#x201E;Ist es wahr, dass X Y ist&#x201C; bedeutungslos ist (dies ist auch die Meinung G. E. Moores vgl. erste Pr&#xE4;misse (Wenn A dann B)). Wenn Moore mit der zweiten Pr&#xE4;misse annimmt, dass die Frage &#x201E;Ist es wahr, dass X Y ist&#x201C; eine o&#xFB00;ene Frage ist (nicht-B), hei&#xDF;t das, dass er mit der zweiten Pr&#xE4;misse behauptet, X ist nicht (analytisch &#xE4;quivalent zu) Y (nicht-A), da eine o&#xFB00;ene Frage nur dann nicht bedeutungslos ist, wenn X nicht Y ist. Doch genau dieser Sachverhalt wollte Moore durch sein Argument erst beweisen (Vgl. Konklusion: nicht-A). Das O&#xFB00;ene-Frage-Argument G. E. Moores ist also ein informaler Paralogismus, da (nicht-B) = (nicht-A) ist. (&#x201E;=&#x201C; bedeutet analytisch &#xE4;quivalent) Moore behauptet also mit seinem O&#xFB00;ene-Frage-Argument: Wenn A dann B. &#x2013; Nicht B (= nicht A). &#x2013; Folglich Nicht A. Vgl. Frankena. &#x201E;The naturalistic fallacy&#x201C;. <a href="#fnref15" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn16" class="footnote-item"><p>Vgl. Hans Jonas. &#x201E;Gehirntod und menschliche Organbank: Zur pragmatischen Umdefinierung des Todes&#x201C;. In: Technik, Medizin und Ethik : zur Praxis des Prinzips Verantwortung. 2. Aufl. Frankfurt a.M.: Insel-Verl., 1987, S. 219&#x2013;240; Robert Spaemann. &#x201E;Ist der Hirntod der Tod des Menschen? Zum Stand der Debatte&#x201C;. In: Normkultur versus Nutzenkultur: &#xDC;ber kulturelle Kontexte von Bioethik und Biorecht. Hrsg. von Thomas S. Hoffmann und Walter Schweidler. Berlin, New York: Walter de Gruyter, 2006, S. 457&#x2013;470; Christian Erk. &#x201E;Das Eigentliche des Todes. Ein Beitrag zur Be-Lebung der Debatte &#xFC;ber Hirntod und Transplantation&#x201C;. In: Ethik in der Medizin 26.2 (2014), S. 121&#x2013;135; D. Alan Shewmon. &#x201E;You only die once: why brain death is not the death of a human being. A reply to Nicholas Tonti-Filippini&#x201C;. In: Communio: International Catholic Review 39 (2012), S. 422&#x2013;494. <a href="#fnref16" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn17" class="footnote-item"><p>Unter einer aktiven Potenz wird hier ein Seiendes verstanden, das einen intrinsischen und wesenseigent&#xFC;mlichen Entwicklungshang (Tendenz) besitzt, etwas zu werden (&#x1F00;&#x3BB;&#x3BB;&#x3BF;&#x3AF;&#x3C9;&#x3C3;&#x3B9;&#x3C2; &#x2013; Ver&#xE4;nderung), was es noch nicht ist, ohne dass dabei ontologisch etwas Neues entsteht (&#x3B3;&#x3AD;&#x3BD;&#x3B5;&#x3C3;&#x3B9;&#x3C2; &#x2013; Neuentstehung). So besitzt das befruchtete H&#xFC;hnerei die aktiven Potenz, zum Hahn bzw. zur Henne zu werden. <a href="#fnref17" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
</ol>
</section>
<!--kg-card-end: markdown-->]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Personvergessenheit in Form von Handlungen]]></title><description><![CDATA[Das latente Phänomen der Personvergessenheit kann in vielfältiger Weise zum Vorschein treten. So können alltägliche Handlungen gegenüber sich selbst oder anderen Menschen personvergessen sein. Was ist hiermit gemeint? ]]></description><link>https://ganas.im/personvergessenheit-in-form-von-handlungen/</link><guid isPermaLink="false">624eb6790989647201ddf91d</guid><category><![CDATA[Philosophisches]]></category><dc:creator><![CDATA[Dr. Raphaël E. Bexten]]></dc:creator><pubDate>Sun, 30 Jan 2022 17:08:47 GMT</pubDate><media:content url="https://images.unsplash.com/photo-1419848449479-6c8a7d8d62c2?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=MnwxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDF8fEd1bmthbmppbWF8ZW58MHx8fHwxNjQzNTYwMzcz&amp;ixlib=rb-1.2.1&amp;q=80&amp;w=2000" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<figure class="kg-card kg-image-card kg-width-wide kg-card-hascaption"><img src="https://ganas.im/content/images/2022/04/vergessenheit-1.svg" class="kg-image" alt="Personvergessenheit in Form von Handlungen" loading="lazy" width="1000" height="1000"><figcaption><strong>Eine Textnetwork-Visualisierung dieses Artikels</strong></figcaption></figure><!--kg-card-begin: markdown--><hr>
<img src="https://images.unsplash.com/photo-1419848449479-6c8a7d8d62c2?crop=entropy&amp;cs=tinysrgb&amp;fit=max&amp;fm=jpg&amp;ixid=MnwxMTc3M3wwfDF8c2VhcmNofDF8fEd1bmthbmppbWF8ZW58MHx8fHwxNjQzNTYwMzcz&amp;ixlib=rb-1.2.1&amp;q=80&amp;w=2000" alt="Personvergessenheit in Form von Handlungen"><p>Das latente Ph&#xE4;nomen der Personvergessenheit kann in vielf&#xE4;ltiger Weise zum Vorschein treten. So k&#xF6;nnen allt&#xE4;gliche <em>Handlungen</em> gegenu&#x308;ber sich selbst oder anderen Menschen <em>personvergessen</em> sein. Was ist hiermit gemeint? Personvergessene Handlungen sind solche Handlungen, in denen menschliche Personen sich selbst oder andere so behandeln, als w&#xE4;ren sie selbst oder die anderen Menschen keine menschlichen Personen, sondern blo&#xDF;e Dinge oder Sachen. Was aber unterscheidet, so muss weiter gefragt werden, eine <em>einem</em> Ding oder einer Sache <em>angemessene</em> menschliche Handlung, von einer Handlung, die einer Person gegenu&#x308;ber unangemessen ist? Oder sind alle menschliche Handlungen unabh&#xE4;ngig vom Handlungsobjekt gleicherma&#xDF;en angemessen bzw. unangemessen? Dies scheint nicht zuzutreffen, ansonsten w&#xE4;ren z. B. terroristische Morde, das Qu&#xE4;len, das Verstu&#x308;mmeln, das Vergewaltigen von Menschen etc. in gleicher Weise <em>angemessen</em>, wie das Verzeihen von erlittenem Unrecht angemessen ist, oder das Retten eines ertrinkenden Kindes, angemessen ist. Diese Annahme ist aber kontraevident und absurd, vielmehr verdeutlichen die gew&#xE4;hlten Beispiele, dass es in der Wirklichkeit einen ethischen Unterschied zwischen verschiedenen menschliche Handlungen gibt.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn1" id="fnref1">[1]</a></sup></p>
<p>Nur die Person ist zu wirklichen Handlungen bef&#xE4;higt, eine Maschine oder auch ein durch Instinkte gelenktes Tier, das keinen vernu&#x308;nftigen freien Willen besitzt, kann in diesem Sinn <em>nicht</em> personal handeln. Um personal zu handeln, bedarf es eines personalen Ich oder Selbst, einer personalen Vernunft und eines freien personalen Willens. Nur geistige Personen, und nicht rein Materielles, k&#xF6;nnen ganz <em>neue</em> Handlungen schaffen und einen <em>ersten</em> Handlungsbeginn initiieren. Nur die Person kann kraft ihres freien Willens etwas &#x201E;Neues&#x201C; realisieren, z. B. indem sie eine Wertantwort auf einen objektiven Wert gibt. Wenn es also der menschlichen Person angemessene und unangemessene Handlungen gibt, was zeichnet eine dem Menschen angemessene Handlung im Gegensatz zu einer personvergessenen Handlung aus? Wenn jemand seinen Kanarienvogel so behandelt, als w&#xE4;re er sein leibliches Kind, so k&#xF6;nnte man von einer unangemessenen menschlichen Handlung sprechen.</p>
<p>D. h. aber noch nicht, dass deswegen diese Handlung in jedem Fall schon ethisch schlecht sein muss. Behandelt hingegen jemand sein leibliches Kind so wie seinen Kanarienvogel oder so wie ein rein materielles Ding, so ist dies eine personvergessene Handlung, die in jedem Fall <em>ethisch illegitim</em> ist, da sie der unverlierbaren ontologischen Personwu&#x308;rde des Kindes nicht gerecht wird. Es gibt zahllose solcher personvergessenen Handlungen in Bezug auf Menschen, die immer qua Menschsein auch menschliche Personen sind. Die Beispiele solcher personvergessenen Handlungen reichen von Instrumentalisierung einzelner Menschen zur Gewinnmaximierung, Lustmaximierung etc. bis hin zur Instrumentalisierung vieler Menschen, etwa wenn z. B. Masseneinwanderung von Menschen durch einen Staat als geostrategische &#x2018;Waffe&#x2019; verwendet wird, um bestimmte geostrategische Interessen durchzusetzen.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn2" id="fnref2">[2]</a></sup></p>
<p>Was ist das Sosein bzw. Wesen personvergessener Handlungen? Personvergessener Handlungen ist immer der Versto&#xDF; gegen die sog. personalistische Norm wesentlich. Die Angemessenheit der personalistischen Norm im Umgang mit Menschen ist in ihrem Personsein fundiert.</p>
<p>Die menschliche Person hat qua ihres Personseins einen objektiven Wert bzw. &#xDC;berwert, der an alle rationalen Wesen, die mit ihr in Relation stehen, einen objektiven Ruf bzw. eine objektiven Forderung erhebt. Die Antwort auf diese Forderung des objektiven Wertes kann mit Dietrich von Hildebrand auch als <em>Wertantwort</em> bezeichnet werden.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn3" id="fnref3">[3]</a></sup> Kurz gesagt, umfasst die personalistische Norm die rechte Antwort auf die menschliche Person, n&#xE4;mlich die Bejahung der Person um <em>ihrer selbst willen</em> und die rechte Liebe der jeweiligen menschlichen Person.</p>
<p>Wenn z. B. menschliche Personen so handeln und leben, als w&#xE4;ren sie ontologisch von allen u&#x308;brigen rein materiellen Dingen wesensm&#xE4;&#xDF;ig nicht verschieden, so leben und handeln sie <em>personvergessen</em>. Ein Beispiel hierfu&#x308;r ist z. B. ein bewusster oder unbewusster Versto&#xDF; gegen die Personalistische Norm: &#x201E;persona est affirmanda / amanda propter se ipsam&#x201C;.</p>
<hr class="footnotes-sep">
<section class="footnotes">
<ol class="footnotes-list">
<li id="fn1" class="footnote-item"><p>Vgl. z. B. Hildebrand, (1973). Ethik. 2. Aufl. Gesammelte Werke. Regensburg: Habbel., 1980; (1980). Moralia: nachgelassenes Werk. Gesammelte Werke. Regensburg, Stuttgart: Habbel, Kohlhammer. Spaemann, (2009). Glu&#x308;ck und Wohlwollen: Versuch u&#x308;ber Ethik. 5. Aufl. Stuttgart: Klett-Cotta.). <a href="#fnref1" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn2" class="footnote-item"><p>Vgl. z. B. Greenhill, Weapons of mass migration forced displacement, coercion, and foreign policy. Ithaca, N.Y.: Cornell University Press. <a href="#fnref2" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn3" class="footnote-item"><p>Vgl. bsd. Seifert, (1992). &#x201E;Dietrich von Hildebrands philosophische Entdeckung der &#x2018;Wertantwort&#x2019; und die Grundlegung der Ethik&#x201C;. In: Aletheia: An International Journal of Philosophy 5, S. 34&#x2013;58. <a href="#fnref3" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
</ol>
</section>
<!--kg-card-end: markdown--><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://www.amazon.de/Philosophie-Access-menschliches-Personsein-Personvergessenheit/dp/3745002105"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Philosophie &amp; Open Access / Was ist menschliches Personsein?: Der Mensch im Spannungsfeld von Personvergessenheit und unverlierbarer ontologischer W&#xFC;rde : Bexten, Raphael E.: Amazon.de: B&#xFC;cher</div><div class="kg-bookmark-description">Philosophie &amp; Open Access / Was ist menschliches Personsein?: Der Mensch im Spannungsfeld von Personvergessenheit und unverlierbarer ontologischer W&#xFC;rde | Bexten, Raphael E. | ISBN: 9783745002102 | Kostenloser Versand f&#xFC;r alle B&#xFC;cher mit Versand und Verkauf duch Amazon.</div><div class="kg-bookmark-metadata"><img class="kg-bookmark-icon" src="https://www.amazon.de/favicon.ico" alt="Personvergessenheit in Form von Handlungen"><span class="kg-bookmark-publisher">Raphael E. Bexten</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://fls-eu.amazon.de/1/batch/1/OP/A1PA6795UKMFR9:257-7247215-0986460:J9YKA8G1XMNRZAQVR49B$uedata=s:%2Frd%2Fuedata%3Fstaticb%26id%3DJ9YKA8G1XMNRZAQVR49B%26pty%3DError%26spty%3DPageNotFound%26pti%3D:1000" alt="Personvergessenheit in Form von Handlungen"></div></a></figure>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Das menschliche Herz]]></title><description><![CDATA[Erst die Liebe vermag die Pforten des Personseins zu öffnen, erst oder insbesondere in der Liebe öffnet sich die Person als Person einer anderen Person und wird sich in ihrem Vollzugsbewusstsein sich selbst als Person erst recht bewusst.]]></description><link>https://ganas.im/das-menschliche-herz/</link><guid isPermaLink="false">624eb6790989647201ddf91c</guid><category><![CDATA[Philosophisches]]></category><dc:creator><![CDATA[Dr. Raphaël E. Bexten]]></dc:creator><pubDate>Sun, 30 Jan 2022 15:42:14 GMT</pubDate><media:content url="https://ganas.im/content/images/2022/04/photo-1515681300827-de75e75e8081--1-.jpeg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<figure class="kg-card kg-image-card kg-width-wide kg-card-hascaption"><img src="https://ganas.im/content/images/2022/04/Herz-1.svg" class="kg-image" alt="Das menschliche Herz" loading="lazy" width="1000" height="1000"><figcaption><strong>Eine Textnetwork-Visualisierung dieses Artikels</strong></figcaption></figure><!--kg-card-begin: markdown--><hr>
<h2 id="das-herz-und-die-seele-des-menschen">Das Herz und die Seele des Menschen</h2>
<img src="https://ganas.im/content/images/2022/04/photo-1515681300827-de75e75e8081--1-.jpeg" alt="Das menschliche Herz"><p>Wie das &#x201E;Herz&#x201C; gem&#xE4;&#xDF; &#x201E;uralter anthropologischer Weisheit [&#x2026;] als &#x2018;Sitz&#x2019; der Seele&#x201C;<sup class="footnote-ref"><a href="#fn1" id="fnref1">[1]</a></sup> bezeichnet werden kann, also auch als &#x201E;Kern&#x201C; oder &#x201E;Zentrum&#x201C; der Person, so scheint die personale Liebe der h&#xF6;chste, intensivste und tiefste Akt unter allen personalen Akten zu sein. Somit scheint auch die Vermutung berechtigt, dass durch eine kontemplative Schau der &#x201E;personalen&#x201C; Liebe, bzw. eine &#x201E;intuitive Analyse&#x201C; der Liebe einer Person zu einer anderen Person, die gr&#xF6;&#xDF;ten und tiefsten Erkenntnisse, die f&#xFC;r den menschlichen Geist &#xFC;ber das <em>Mysterium</em> &#x201E;Person&#x201C; nat&#xFC;rlicherweise intelligibel sind, vermittelt werden k&#xF6;nnen.</p>
<h2 id="person-und-liebe">Person und Liebe</h2>
<p>Erst die Liebe vermag die Pforten des Personseins zu &#xF6;ffnen, erst oder insbesondere in der Liebe &#xF6;ffnet sich die Person als Person einer anderen Person und wird sich in ihrem <em>Vollzugsbewusstsein</em> sich selbst als Person erst recht bewusst. Wie selten handeln, denken und f&#xFC;hlen die Menschen wirklich als <em>personale</em> Menschen, die sich ihrer unverlierbaren W&#xFC;rde, Einmaligkeit und Kostbarkeit bewusst sind. Wie selten ist auch die einzig angemessene Antwort auf eine menschliche Person, die einmalig und unvergleichlich kostbar ist. Die einzig angemessene Wertantwort f&#xFC;r das Geschenk des Personseins ist &#x201E;existentielle Dankbarkeit&#x201C; dem Schenkenden gegen&#xFC;ber, dem <em>quo maius nihil cogitari possit</em> (wor&#xFC;ber hinaus nichts Gr&#xF6;&#xDF;eres gedacht werden kann); Doch &#x201E;existentielle Dankbarkeit&#x201C; allein gen&#xFC;gt nicht, ist in sich unvollkommen, wenn sie sich nicht in der Antwort aller Antworten, der &#x201E;&#xDC;berwertantwort&#x201C; der Liebe manifestiert, die anh&#xE4;lt, so lange man lebt. Diese &#x201E;&#xDC;berwertantwort&#x201C; der Liebe gegen&#xFC;ber dem <em>quo maius nihil cogitari possit,</em> dem personalen Geber aller Gaben, also <em>Lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft</em>,<sup class="footnote-ref"><a href="#fn2" id="fnref2">[2]</a></sup> zeugt von einem tiefen erkennenden Verstehen des Personseins und seiner unsch&#xE4;tzbaren Kostbarkeit und Sch&#xF6;nheit und kulminiert in der <em>totalen</em> Selbstverschenkung an den Geber aller Gaben.</p>
<h2 id="person-und-sch%C3%B6nheit">Person und Sch&#xF6;nheit</h2>
<p>Mit Hamburger gilt es tiefer die &#x201E;Verschwisterung&#x201C; von Sch&#xF6;nheit und Liebe zu verstehen<sup class="footnote-ref"><a href="#fn3" id="fnref3">[3]</a></sup> und so auch die Liebe als letztendlich einzig &#x201E;<em>angemessene Ber&#xFC;hrung</em>&#x201C; der eigenen und anderer Personen zu erkennen, denn was gibt es Sch&#xF6;neres als die Person?</p>
<p>Liebe erst kann also die Kluft zwischen den verschieden Personen als &#x201E;Welten f&#xFC;r sich&#x201C; &#xFC;berwinden und wird somit zum konstitutiven Element, besser zur &#x201E;Schafferin&#x201C; der personalen Gemeinschaft, der Ich-Du-Beziehung, die wiederum ein genuiner Ausdruck des Personseins ist, denn was w&#xE4;re eine <em>nur</em> singul&#xE4;re Person?<sup class="footnote-ref"><a href="#fn4" id="fnref4">[4]</a></sup></p>
<hr class="footnotes-sep">
<section class="footnotes">
<ol class="footnotes-list">
<li id="fn1" class="footnote-item"><p>Conrad-Martius, Schriften zur Philosophie I. 418. <a href="#fnref1" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn2" class="footnote-item"><p>Dtn 6,5.  <a href="#fnref2" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn3" class="footnote-item"><p>Siegfried Hamburger, Liebe, Sch&#xF6;nheit und Einheit. in: Aletheia: An International Journal of Philosophy 1, (1977) 342ff. <a href="#fnref3" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
<li id="fn4" class="footnote-item"><p>Vgl. Spaemann, Personen. <a href="#fnref4" class="footnote-backref">&#x21A9;&#xFE0E;</a></p>
</li>
</ol>
</section>
<!--kg-card-end: markdown--><hr><figure class="kg-card kg-bookmark-card"><a class="kg-bookmark-container" href="https://www.amazon.de/Erkenntnis-von-Personsein-%C3%9Cberlegungen-Mysterium/dp/3902694459/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1PS379C55M5CD&amp;keywords=Erkenntnis+von+Personsein&amp;qid=1643556506&amp;sprefix=erkenntnis+von+personsein%2Caps%2C110&amp;sr=8-1"><div class="kg-bookmark-content"><div class="kg-bookmark-title">Erkenntnis von Personsein: &#xDC;berlegungen zum Mysterium der &#x201C;Person&#x201D; : Bexten, Raphael E.: Amazon.de: B&#xFC;cher</div><div class="kg-bookmark-description">Erkenntnis von Personsein: &#xDC;berlegungen zum Mysterium der &#x201C;Person&#x201D; | Bexten, Raphael E. | ISBN: 9783902694454 | Kostenloser Versand f&#xFC;r alle B&#xFC;cher mit Versand und Verkauf duch Amazon.</div><div class="kg-bookmark-metadata"><span class="kg-bookmark-publisher">Raphael E. Bexten</span></div></div><div class="kg-bookmark-thumbnail"><img src="https://fls-eu.amazon.de/1/batch/1/OP/A1PA6795UKMFR9:257-9241515-3938742:0ZS8N4PJWKZ1AEM5XNDH$uedata=s:%2Frd%2Fuedata%3Fstaticb%26id%3D0ZS8N4PJWKZ1AEM5XNDH%26pty%3DError%26spty%3DPageNotFound%26pti%3D:1000" alt="Das menschliche Herz"></div></a></figure>]]></content:encoded></item></channel></rss>